Alltagsdiskriminierung und psychische Gesundheit muslimischer Menschen in Deutschland
Wenn Diskriminierung im Alltag krank macht und Forschung diesen Zusammenhang sichtbar macht.
Wir wollten verstehen, wie sich Alltagsdiskriminierung auf die psychische Gesundheit muslimischer Menschen in Deutschland auswirkt. Im Mittelpunkt standen drei Konzepte: persönlich erlebte Alltagsdiskriminierung, wahrgenommene gesellschaftliche Muslimfeindlichkeit und Kindheitstraumata. Diese Webseite präsentiert die Querschnittsstudie, die Burak Inkaya verfasst und Dr. Laura Nohr betreut hat. Hier finden Forschende die Methodik, Therapeut:innen die Implikationen und Betroffene kuratierte Anlaufstellen.
Hauptbotschaft
Bei 190 muslimischen Erwachsenen in Deutschland zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen persönlich erlebter Alltagsdiskriminierung und depressiven Beschwerden. Dieser Zusammenhang fiel ausgeprägter aus als für die wahrgenommene gesellschaftliche Muslimfeindlichkeit insgesamt. Berichtete Kindheitstraumata standen unabhängig davon mit depressiver Belastung in Zusammenhang.
Inhalt dieser Webseite
Diese Webseite hat drei Adressaten.
Forschende und Lehrende
Die vollständige Methodik mit vier Hypothesen und Limitationen sowie die psychometrischen Kennwerte der Muslimfeindlichkeits-Skala (MF-Skala) und das Manual zum Download.
Zur Studie → · Zur MF-Skala →
Praktizierende in Versorgung und Therapie
Praxisimplikationen für Versorgung und Therapie mit konkreten Hinweisen für Anamnese, Fallkonzeption und Intervention.
Bedeutung für Verhaltenstherapie und Versorgung →
Betroffene und Angehörige
Eingeordnete Befunde sowie kuratierte Anlaufstellen für Krisenhilfe, Beratung, Therapiesuche und Meldestellen für Diskriminierung.
Hilfsangebote im Überblick →
Über die Masterarbeit
Zur psychischen Gesundheit muslimischer Erwachsener in Deutschland liegen bislang wenige empirische Daten vor. Die Masterarbeit schließt diese Lücke und entwickelt zugleich eine erste deutschsprachige Skala zur Wahrgenommenen gesellschaftlichen Muslimfeindlichkeit. Sie wurde an der Freien Universität Berlin verfasst (Ethikvotum Az. 038/2025) und befindet sich in Vorbereitung zur Publikation.
Burak Inkaya, M.Sc.
Psychotherapeut in Ausbildung
Eigene Praxis: Interkulturelle Psychologische Praxis
Praxisgemeinschaft IKPD · Leiter der IKPD-Akademie
Dr. Laura Nohr
Psychotherapeutin und Forscherin
Schwerpunkt: Verhaltenstherapie und Diskriminierungsforschung
Freie Universität Berlin · Betreuende der Studie