Psychometrisches Instrument · 14 Items · Inkaya 2026

MF-Skala zur Erfassung wahrgenommener Muslimfeindlichkeit

Psychometrisch erprobte 14-Item-Skala mit α = .92, kostenfrei für Forschung und Lehre.

Die Muslimfeindlichkeits-Skala (MF-Skala) ist ein 14-Item-Instrument zur Erfassung der wahrgenommenen gesellschaftlichen Muslimfeindlichkeit unter muslimischen Erwachsenen in Deutschland. Sie wurde an einer Stichprobe von N = 190 Personen psychometrisch erprobt und zeigt eine eindimensionale Struktur mit hoher interner Konsistenz (Cronbachs α = .92). Sie steht für Forschung und Lehre kostenfrei zur Verfügung.

MF-Skala online ausfüllen

Die MF-Skala erfasst, wie stark Sie gesellschaftliche muslimfeindliche Einstellungen in Deutschland wahrnehmen. Sie misst keine psychische Erkrankung, keine persönliche Diagnose und nicht die Häufigkeit eigener Diskriminierungserfahrungen. Das Ergebnis dient der Selbstreflexion und wissenschaftlichen Information.

Ein hoher oder niedriger Wert ist weder „richtig“ noch „falsch“. Er beschreibt ausschließlich Ihre Einschätzung anhand der 14 Aussagen.

Datenschutz: Die Auswertung erfolgt vollständig lokal in Ihrem Browser. Ihre Antworten werden nicht gespeichert, nicht an den Server übertragen und nicht für Tracking verwendet.

1. Vor dem Start: Was beschreibt Sie am besten?

3. Anweisung und Antwortskala

Im Folgenden geht es um Ihre Wahrnehmung, wie in Deutschland über Musliminnen und Muslime gesprochen und wie mit muslimisch gelesenen Personen umgegangen wird. Bitte geben Sie an, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zustimmen.

  • 1 trifft gar nicht zu
  • 2 trifft eher nicht zu
  • 3 teils / teils
  • 4 trifft eher zu
  • 5 trifft völlig zu
Fortschritt: 0 von 14 Aussagen beantwortet

4. Die 14 Aussagen

Aussage 1 von 14In Deutschland wird das Wort „Muslim“ häufig mit Gewalt oder Terror in Verbindung gebracht.
Aussage 2 von 14In den Medien wird oft ein überwiegend negatives Bild von Musliminnen und Muslimen vermittelt.
Aussage 3 von 14Musliminnen, die ein Kopftuch tragen, stoßen in Deutschland häufig auf Vorurteile.
Aussage 4 von 14Muslimischen Männern wird in der Öffentlichkeit häufig pauschal Gewaltbereitschaft zugeschrieben.
Aussage 5 von 14Viele Menschen in Deutschland stellen die Zugehörigkeit von Musliminnen und Muslimen zur Gesellschaft infrage.
Aussage 6 von 14Musliminnen und Muslime müssen sich in der Öffentlichkeit häufiger für Dinge rechtfertigen, mit denen sie nichts zu tun haben.
Aussage 7 von 14In Deutschland herrscht Misstrauen gegenüber Menschen, die muslimisch gelesen werden.
Aussage 8 von 14Viele Menschen in Deutschland halten islamische Werte für unvereinbar mit der deutschen Gesellschaft.
Aussage 9 von 14Muslimischen Jugendlichen wird weniger Vertrauen entgegengebracht als nichtmuslimischen Jugendlichen.
Aussage 10 von 14In politischen Debatten wird der Islam häufig pauschal als Gefahr dargestellt.
Aussage 11 von 14Es ist weit verbreitet, den Islam mit der Unterdrückung von Frauen in Verbindung zu bringen.
Aussage 12 von 14In öffentlichen Diskussionen wird Musliminnen und Muslimen zu selten Gehör geschenkt.
Aussage 13 von 14Viele Menschen empfinden Freundschaften zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Kindern als problematisch.
Aussage 14 von 14Musliminnen und Muslime haben in Bewerbungssituationen geringere Chancen als Nichtmuslim:innen.

Bitte wählen Sie zuerst aus, für welche Form der Nutzung Sie die MF-Skala ausfüllen.

0 / 14 Aussagen beantwortet


Was misst die Muslimfeindlichkeits-Skala

Die Muslimfeindlichkeits-Skala erfasst die subjektive Wahrnehmung muslimischer Personen, dass die deutsche Gesellschaft ihnen feindselig oder ablehnend gegenübersteht. Sie misst nicht direkt erlebte Diskriminierung, sondern die Einschätzung gesellschaftlicher Einstellungen, Diskurse und Strukturen gegenüber muslimischen Personen.

Konzeptionell unterscheidet sich die MF-Skala damit von Instrumenten wie der Everyday Discrimination Scale, die konkrete persönliche Erfahrungen erfasst. Beide Konstrukte können zusammenhängen, sind aber nicht deckungsgleich: Eine Person kann ein feindseliges gesellschaftliches Klima wahrnehmen, ohne selbst häufig diskriminiert worden zu sein, und umgekehrt.


Theoretische Verankerung

Im Rahmen der Studie wurde die Muslimfeindlichkeits-Skala entwickelt, da im deutschen Kontext kein etabliertes Instrument für wahrgenommene gesellschaftliche Muslimfeindlichkeit verfügbar war. Die Items basieren konzeptionell auf Arbeiten zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Heitmeyer, 2002), antimuslimischem Rassismus (Shooman, 2014), postmigrantischer Gesellschaft (Foroutan, 2019) und der Leipziger Autoritarismus-Studie (Decker et al., 2020). Weitere Hintergrundinformationen zu Muslimfeindlichkeit in Deutschland bietet die Publikationsübersicht von CLAIM.

Inhaltlich decken die Items vier konzeptionelle Bereiche ab: mediale und diskursive Pauschalisierung, kulturelle Abwertung, alltägliche Misstrauenserwartung, strukturelle Benachteiligung.


14 Items der MF-Skala

Die MF-Skala umfasst 14 Aussagen, die jeweils auf einer 5-stufigen Likert-Skala beantwortet werden (1 = trifft gar nicht zu, 5 = trifft völlig zu).

Tabelle 1: Items der MF-Skala (N = 190)
Nr. Item
1In Deutschland wird das Wort „Muslim" häufig mit Gewalt oder Terror in Verbindung gebracht.
2In den Medien wird oft ein überwiegend negatives Bild von Musliminnen und Muslimen vermittelt.
3Musliminnen, die ein Kopftuch tragen, stoßen in Deutschland häufig auf Vorurteile.
4Muslimischen Männern wird in der Öffentlichkeit häufig pauschal Gewaltbereitschaft zugeschrieben.
5Viele Menschen in Deutschland stellen die Zugehörigkeit von Musliminnen und Muslimen zur Gesellschaft infrage.
6Musliminnen und Muslime müssen sich in der Öffentlichkeit häufiger für Dinge rechtfertigen, mit denen sie nichts zu tun haben.
7In Deutschland herrscht Misstrauen gegenüber Menschen, die muslimisch gelesen werden.
8Viele Menschen in Deutschland halten islamische Werte für unvereinbar mit der deutschen Gesellschaft.
9Muslimischen Jugendlichen wird weniger Vertrauen entgegengebracht als nichtmuslimischen Jugendlichen.
10In politischen Debatten wird der Islam häufig pauschal als Gefahr dargestellt.
11Es ist weit verbreitet, den Islam mit der Unterdrückung von Frauen in Verbindung zu bringen.
12In öffentlichen Diskussionen wird Musliminnen und Muslimen zu selten Gehör geschenkt.
13Viele Menschen empfinden Freundschaften zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Kindern als problematisch.
14Musliminnen und Muslime haben in Bewerbungssituationen geringere Chancen als Nichtmuslim:innen.

Eine Hauptachsen-Faktorenanalyse ergab eine eindimensionale Struktur. Alle 14 Items luden in einem mittleren bis hohen Bereich auf einen gemeinsamen Faktor. Die genauen Faktorladungen je Item sowie weitere psychometrische Detailkennwerte sind im Manuskript dokumentiert und können auf Anfrage bei inkaya@ikpd.de bezogen werden.


Antwortformat und Anweisung

Instruktion

Im Folgenden geht es um Ihre Wahrnehmung, wie in Deutschland über Musliminnen und Muslime gesprochen und wie mit muslimisch gelesenen Personen umgegangen wird. Bitte geben Sie an, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zustimmen.

Antwortskala

  • 1 = trifft gar nicht zu
  • 2 = trifft eher nicht zu
  • 3 = teils / teils
  • 4 = trifft eher zu
  • 5 = trifft völlig zu

Auswertung

Der Skalenwert ergibt sich als Mittelwert aller 14 Items (mf_as1 bis mf_as14). Voraussetzung ist, dass alle 14 Items vollständig beantwortet wurden. Der Wertebereich liegt zwischen 1 und 5. Höhere Werte zeigen eine stärkere wahrgenommene Muslimfeindlichkeit an.

Tabelle 2: Deskriptive Kennwerte der MF-Skala in der Stichprobe
Kennwert Wert
Mittelwert in der Stichprobe 4,36
Standardabweichung 0,54
Beobachteter Wertebereich 2,43 bis 5,00
Stichprobe N = 190 (muslimische Erwachsene, Deutschland)

Psychometrische Kennwerte

Reliabilität

Die interne Konsistenz der Muslimfeindlichkeits-Skala ist hoch. Cronbachs α = .92 (N = 190).

Stichproben-Eignung

Kaiser-Meyer-Olkin-Maß = .909 zeigt eine ausgezeichnete Stichproben-Eignung für die Faktorenanalyse. Der Bartlett-Test auf Sphärizität war signifikant.

Faktorstruktur

Die Hauptachsen-Faktorenanalyse ergab eine eindimensionale Struktur. Der Faktor erklärt 47,0 % der Gesamtvarianz. Eine Rotation entfiel, da nur ein Faktor extrahiert wurde.

Konstruktvalidität (vorläufig)

Die Muslimfeindlichkeits-Skala zeigte in der psychometrischen Erprobung erwartungskonforme Zusammenhänge:

  • mit Alltagsdiskriminierung (Everyday Discrimination Scale): mittlerer positiver Zusammenhang
  • mit depressiven Beschwerden (PHQ-9): kleiner bis mittlerer positiver Zusammenhang
  • mit Kindheitstraumata (CTQ-SF): kleiner positiver Zusammenhang

Die genauen Kennwerte (Korrelationskoeffizienten und Signifikanzwerte) sind im Manuskript dokumentiert.

Methodischer Hintergrund: Was ist eine Hauptachsen-Faktorenanalyse?

Die Hauptachsen-Faktorenanalyse (Principal Axis Factoring, PAF) ist ein statistisches Verfahren, das prüft, ob viele Items auf wenige zugrundeliegende Konstrukte (Faktoren) reduziert werden können. Sie unterscheidet sich von der bekannteren Hauptkomponentenanalyse (PCA) darin, dass nur die gemeinsame Varianz der Items modelliert wird, nicht die individuelle Item-Spezifität.

Promax ist eine schiefe Rotation, die zulässt, dass extrahierte Faktoren miteinander korrelieren. Bei einem einzigen Faktor (wie hier) entfällt die Rotation, da nichts zu rotieren ist.


Verwendungs-Hinweise

Die Muslimfeindlichkeits-Skala ist für muslimische Erwachsene in Deutschland konzipiert und misst die wahrgenommene gesellschaftliche Muslimfeindlichkeit, nicht direkt erlebte Diskriminierung. Da es sich um eine neu entwickelte Skala handelt, sind weitere psychometrische Erprobungen mit größeren und diverseren Stichproben empfehlenswert.

Bei Verwendung in eigenen Studien:

  • Quellenangabe in jeder Veröffentlichung
  • Psychometrische Kennwerte aus dieser Stichprobe transparent benennen
  • Bei Anpassungen der Items oder Übersetzungen: erneute Validierung erforderlich
  • Anfragen für Forschungs- und Lehrzwecke: inkaya@ikpd.de

Die Skala steht für nicht-kommerzielle Forschung und Lehre auf Anfrage zur Verfügung. Sie unterliegt dem Copyright des Autors.


Manual als PDF

Das vollständige Manual mit Items, Anweisung, Auswertung, theoretischer Begründung und Hinweisen zur Verwendung steht zum Download bereit.

Manual zur MF-Skala (PDF)


Zitation

APA-Stil, Vorform (Manuskript in Vorbereitung):

Inkaya, B. & Co-Autor:innen (in Vorbereitung). Skala zur wahrgenommenen gesellschaftlichen Muslimfeindlichkeit (MF-Skala). Manuskript in Vorbereitung. https://rassismusstop.de/mf-skala/


Häufige Fragen

Was misst die MF-Skala?

Sie misst die wahrgenommene gesellschaftliche Muslimfeindlichkeit unter muslimischen Erwachsenen in Deutschland. Erfasst wird, wie stark Befragte gesellschaftliche Feindseligkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen wahrnehmen, nicht ob sie selbst direkt diskriminiert wurden.

Wer kann die Muslimfeindlichkeits-Skala verwenden?

Die Skala ist für Forschung und Lehre auf Anfrage verfügbar. Forschende, Lehrende und Studierende können sie für eigene wissenschaftliche Arbeiten verwenden, sofern die Quelle korrekt zitiert wird. Kommerzielle Nutzung ist nicht vorgesehen.

Wie wird der Skalenwert berechnet?

Der Skalenwert ist der Mittelwert aller 14 Items (Wertebereich 1 bis 5). Voraussetzung ist die vollständige Beantwortung aller Items. Höhere Werte zeigen eine stärkere wahrgenommene Muslimfeindlichkeit an.

Welche Reliabilität hat die Muslimfeindlichkeits-Skala?

In der Stichprobe (N = 190) wies die Skala eine interne Konsistenz von α = .92 auf. Das ist eine hohe Reliabilität, vergleichbar mit etablierten klinischen Instrumenten wie der Everyday Discrimination Scale (α = .88 in dieser Stichprobe).

Wie zitiere ich die MF-Skala?

Die aktuelle Vorform-Zitation steht im Abschnitt Zitation oben auf dieser Seite. Eine vollständige Zitation mit allen Co-Autor:innen und Verlagsangabe wird ergänzt, sobald die Publikation eingereicht ist.

Ist die MF-Skala auch für nicht-muslimische Zielgruppen geeignet?

Nein. Die Skala wurde für muslimische Erwachsene in Deutschland konzipiert und psychometrisch erprobt. Eine Anwendung auf nicht-muslimische Zielgruppen würde das Konstrukt verändern und benötigt eine eigenständige Validierung.